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Die Geschichte des Eifeldorfes

Bei "Stadevelt" musste schon in der Römerzeit eine Siedlung vorhanden gewesen sein, was Tonscherben und andere Gegenstände (z. B. ein Brennofen), die man bei der Zusammenlegung gefunden hat, beweisen.

Das Dorf Niederstadtfeld entwickelte sich aus dem Hof "Stadevelt". In der noch vorhandenen Urkunde wird der Ort von Kaiser Heinrich II im Jahre 1016 erwähnt. Der Name "Stadevelt" bedeutet offenbar "Gelände am Gestade oder an den Ufern eines Baches". Gemeint ist wahrscheinlich die Kleine Kyll - ein Bach, der oberhalb von Neroth entspringt und unterhalb von Manderscheid, im Kreis Bernkastel-Wittlich, bei der Neumühle am rechten Ufer der Lieser mündet.

Laut einer Urkunde aus dem Jahre 1056 tauschte Graf Bezelin von Vianden Höfe in Stadtfeld und Weidenbach mit der Abtei Prüm gegen Güter, die der Abtei günstiger gelegen waren.

Um 1000 gehörte Stadevelt dem Kollegiatstift Prüm, das den Ort aber um 1135 an seinen Vogt, den Grafen Bezelin, abtrat. Im Jahre 1225 wurden Niederstadtfeld und Oberstadtfeld in einer Urkunde zum ersten Mal getrennt aufgeführt.

Im Jahre 1230 verzichtet Wilhelm von Stadevelt, seine Söhne hießen Walter und Girard, zu Gunsten Himmerods auf Niederstadtfeld links des Weges und Hundswinkel. Hundswinkel war ein kleines Dorf, das später, in Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Grafen und Bistümern, abbrannte und völlig zerstört wurde. Rechts des Weges verblieb den Rittern von Stadevelt. Diese wurden in den folgenden Jahren noch mehrmals als Zeugen in Urkunden erwähnt. Sie wurden 1715 mit dem Adelstitel "de Stadevelt" im Taufbuch aufgeführt, legten den Titel jedoch später wegen zu hoher Ritter- und Kriegssteuern wieder ab.

1280 wurden Niederstadtfeld und seine Pfarrfiliale Schutz an den Erzbischof Heinrich II. von Finstingen verkauft. Im Jahre 1330 wurde die Kirche von Niederstadtfeld erstmals im trierischen Archiv erwähnt, wo sie als Teil des trierischen Amts Manderscheid bis zur französischen Invasion blieb. 1360 oder 1361 befahl Cuno II. als Koadjutor von Trier seinem Kellner Peter in Manderscheid, "die hinterständige Maischaft in Stadevelt und Weidenbach nebst anderen Gefällen daselbst einzuziehen und darüber Rechnung zu legen".

Im Jahre 1457 belehnte Erzbischof Johann II. (Markgraf von Baden), von der Herrschaften Schönecken wegen, die Gebrüder Heinrich, Johann und Friedrich, Herren von Pyrmont und Ehrenberg, unter anderen Gütern und Werten auch mit "Stadefeld". 1460 erhielten die "zwey Dorffere Stadefeld vnd Wydenbach by Manderscheit gelegen" von Trier einen Schutzbrief von Erzbischof Johann II., wofür sie als Schirmgeld jährlich drei rheinische Gulden zu zahlen hatten. Seitdem erschienen die Erzbischöfe von Trier als Oberlehnsherren von Stadtfeld. Bis ins 17. Jahrhundert hinein wechselten die Herren von Niederstadtfeld noch oft. Die Gemeinde Niederstadtfeld besaß damals an Eigentum 1469 Morgen Holzungen, 482 Morgen Schiffel- und Wildland und 10 Morgen Wiesen.
Im Jahre 1565 belehnte der Trierische Erzbischof Johann VI. den Grafen Dietrich I. von Manderscheid-Kayl für sich und die übrigen Erben der Margaretha von Sombref, unter anderen Besitzungen der Herren von Pyrmont, auch mit Stadtfeld.
Sowohl Nieder als auch Oberstadtfeld gehörten zum Kurtrierischen Amte Manderscheid - und zwar zur Pflege des Oberortes. Niederstadtfeld hatte ein besonderes Gericht.
Die Pfarrei gehörte zum Landkapitel Kyllburg in der Trierischen Diözese und stand abwechselnd den Grafen von Manderscheid-Kayl und dem Herrn von Wiltberg zu. Neben Niederstadtfeld ist auch Oberstadtfeld eingepfarrt.

Im Jahre 1794 kam es zu einem großen Unglück: Als die meisten Leute zum Markt in Manderscheid waren, entstand im Dorf ein großes Feuer. Ursache war die in Brand geratene, neu erbaute Scheune des alten Pfarrhauses. Sie stand an der Stelle, wo sich das alte Spritzenhaus (heute Warmpressbüro) befand. Weil die meisten Gebäude noch Strohdächer hatten, breitete sich das Feuer schnell im ganzen Unterdorf aus. Die Zurückgebliebenen, meist alte Leute, Frauen und Kinder, waren nicht in der Lage das Feuer zu löschen. Sie bildeten eine Kette vom Bach bis zum Brandherd und versuchten so mit Hilfe von Eimern das Feuer zu bekämpfen. Dem Brand fielen 26 der insgesamt 46 Wohnhäuser und 22 Scheunen zum Opfer. Die Kirche aber blieb unversehrt. Mehr als die Hälfte der 273 Einwohner wurde obdachlos. Nach diesem Schicksalsschlag wurde Niederstadtfeld Stein für Stein wieder neu aufgebaut.

In der Zeit nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, wo große wirtschaftliche Not in der Eifel herrschte, sind viele aus Niederstadtfeld nach Amerika ausgewandert.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde südlich des Ortes eine Badeanstalt errichtet, die jedoch während des Krieges schon wieder geschlossen wurde.

Badeanstalt Niederstadtfeld

Den zweiten Weltkrieg konnte Niederstadtfeld - im Gegensatz zum Nachbarort Oberstadtfeld - ohne größere Schäden überstehen. Lediglich das Sägewerk Basten hat an Heiligabend 1944 durch amerikanische Brandbomben Feuer gefangen.

Erwähnenswerte Daten der jüngeren Vergangenheit:

1955 - 1961 Flurbereinigungsverfahren in der gesamten Gemarkung
1958 Einweihung des neu angelegten Friedhofs
1968 Eröffnung der Grund- und Hauptschule
1981 Bau des Umkleidegebäudes am Sportplatz
1982 Einweihung der neuen Gemeindehalle
1985 Einweihung des neuen Sportplatzes
1990 Einweihung des neuen Dorfplatzes
1995 Fertigstellung der neuen Bushaltestelle und Inbetriebnahme der neu erbauten Kläranlage
2003 Bau und Einweihung des Jugendhauses
2003 - 2004 Erschließung des Bebauungsgebiets "Ober Schmitzpesch"
2011 Schließung der Grund- und Ganztagsgrundschule
2012 - 2013 Bau des neuen Spielplatzes
2014 Bau des Mehrgenerationen-Spielplatzes

 

Quellen:

  • Norbert Schmitz: "Die historische und wirtschaftliche Entwicklung des Eifeldorfes Niederstadtfeld" (Facharbeit am Geschwister-Scholl-Gymnasium, 1984)
  • Ernst Wackenroder: "Die Kunstdenkmäler des Kreises Daun", 1928
  • Heimatjahrbücher des Kreises Daun
  • Pfarrbriefe der Jahre 1969 und 1970
  • Begleitschrift zum Kreiswettbewerb 2000 "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft" der Ortsgemeinde Niederstadtfeld

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