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Die Kirche

Der Pfarrort Stadevelt war nach der Urkunde Kaiser Heinrichs II. aus dem Jahre 1016 durch den Prümer Abt Urold von Daun dem neu gegründeten Kollegiatstift Prüm zugeteilt. Dieser Besitzstand fand erneute Bestätigung 1136 unter Abt Albero, der als Vogt den Grafen Bezelino einsetzte. Dieser verlor Stadevelt möglicherweise wieder an den Adel, die Ritter von Stadevelt. 1280 wurden Niederstadtfeld und seine Pfarrfiliale Schutz an den Erzbischof Heinrich II. von Finstingen verkauft. Die Kirche erscheint dann um 1330 im trierischen Archiv und im Jahre 1570 im Visitationsprotokoll des Kollators der Pfarrei, Graf Diedrich I. von Manderscheid-Kail. Kirche und Pfarrei gehörten damals, 1570, zum Dekanat Kyllburg oder Bitburg. Erst im Jahre 1808 gab es eine Umgruppierung: 1808 in das Kanton und 1827 in das Dekanat Daun. Dies hat heute noch Bestand.

Die Pfarrei Niederstadtfeld lag bis 1803 am Nordrand der alten Trierer Erzdiözese - "eingeklemmt" zwischen Teilen der Großpfarreien Sarresdorf (Gerolstein), Steinborn (Neunkirchen) und Daun. Im Jahre 1803 wurde die Filiale Schutz zur neuen Pfarrei Bleckhausen gezogen. Dafür erhielt Niederstadtfeld im Gegenzug Oberstadtfeld, das bis dahin zur Pfarrei Steinborn und zur Diözese Köln gehört hatte. Die Bewohner von Oberstadtfeld waren damals verärgert und enttäuscht und benahmen sich "wie ein unzufriedenes Kind", da sie davon geträumt hatten, eigene Pfarrei zu werden. Ihr Patron war zunächst St. Valentin, 1830 aber die heilige Brigida. 1836 stürzte die Kapelle von Oberstadtfeld ein. Ein Jahr später stand aber schon der Neubau, da die Kirchengemeinde Niederstadtfeld 300 Taler aus ihrem Kirchenfonds gab.

Kirchpatron von Niederstadtfeld ist der heilige Sebastianus. Als zweite Patronin ehrte man 1743 die heilige Katharina.

Das Kirchengebäude ist "ein einschiffiger Bau in Bruchstein mit altem Ostturm, im Lichten 7,68 m breit und mit dem kurzen, dreiseitigen Schluß am Ostende 22 m lang. Das als Chor dienende untere Geschoß des Turmes ist im Lichten 3,58 m breit und 4,68 m tief." Der Ostturm ist um das Jahr 1300 erbaut worden.

Im Jahre 1640 drängte der Visitator auf Instandsetzung der kirchlichen Anlage. Daraufhin wurde im Jahre 1769 eine Empore gebaut und ein neues Schiff angefügt, das 1843 um zwei Fensterachsen verlängert wurde. Außerdem wurde die frühere Sakristei, die sich nördlich vom Turm befand, beseitigt und durch die jetzige, östlich vom Turm gelegen, ersetzt. Die Kirchbaurechnungen vom 17.12.1768 beliefen sich auf 674 Taler. 1843 wurde das vierte Geschoss des Turmes aufgesetzt und der Bau instandgesetzt. Dabei wurden auch die alten Fenster vergrößert. Kanzel und Kommunionbank, die aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammen, wurden 1845 von unbekannter Stelle hierher gebracht. 1847 wurden die beiden Seitenaltäre für 215 Taler angefertigt. Im Jahre 1852 erhielt die Pfarrkirche drei neue Glocken mit Gewichten von 1630 Pfund, 897 Pfund und 507 Pfund. Diese fielen - bis auf die kleinste Glocke - den beiden Weltkriegen zum Opfer. Ob die 1830 erwähnten zwei Glocken wirklich aus dem Jahre 1352 stammten, lässt sich nicht mehr nachprüfen. Heute besitzt die Pfarrkirche zwei Stahlglocken und eine Bronzeglocke. Der Taufstein aus dem Jahre 1662 ist nicht mehr vorhanden.

 Historische Ansicht der Kirche

In der früheren Kirche standen zwei Altäre, seit dem 18. Jahrhundert sind es deren drei, die dem heiligen Sebastian, der Muttergottes und dem heiligen Josef gewidmet sind. Alle sind Holzarbeiten.

Lange Zeit hatte die Pfarrei kein eigenes Pfarrhaus. Erst im Jahre 1828 ging das Haus des damaligen Pfarrers für 3400 Taler in den Besitz der Pfarrei über, wobei Niederstadtfeld zwei Drittel des Betrags übernahm, Trier 400 Taler und Oberstadtfeld den Rest. Dieses Haus wurde 1843 erweitert, musste aber 1954 einem Neubau weichen.

Der "Gottesacker" lag bis 1978 um die Kirche. Bereits 1958 war ein neuer Friedhof oberhalb des heutigen Warmpresswerks angelegt worden. Hier steht auch ein Kriegerdenkmal.

An der Kreisstraße zwischen Ober- und Niederstadtfeld wurde im Jahre 1888 ein Heiligenhäuschen errichtet und zwar, wie der Volksmund erzählt, als Erfüllung eines Gelübdes, das zwei Krieger aus Oberstadtfeld im Kriege 1870/71 gemacht hatten.
Wenn man dieser Straße weiter in Richtung Schutz folgt, sieht man am rechten Straßenrand ein Kreuz stehen, das in großen Lettern folgende Inschrift trägt: "ANNO 1633 DIS CREUTZ HAT LASSE GOTT ZU ERE UFREICHTEN DER ERSAM WIEFERS PETER UNT SEIN HAUSFRAU MARIA ZU SCHUTZ".

Zur Bestreitung des Gottesdienstes hatte die Pfarrkirche 1570 eine Einnahme von 3 Mltr. Hafer und 3 Maß Öl, dazu den Ertrag einiger Bienenstöcke (zur Herstellung der Kerzen) und 25 Schafe, die vom Gemeindehirten frei mit zur Weide geführt wurden. Die Bezahlung des Pastors erfolgte in Naturalien. Er bekam ein Drittel des Zehnten (= 6 Mltr. Frucht und 4 Fuder Heu) und von jedem Haus einen Sester (= 3 l) Korn. Erst 1884 wurden die Lieferungen in einen Geldbetrag umgewandelt, den die beiden Gemeinden als Pfarrzusatzgehalt jährlich aus der Gemeindekasse auszahlen ließen. Als Grundgehalt bekam er die Erträgnisse des Wittums (Brockhaus: Wittum = "im deutschen Mittelalter eine Zuwendung des Ehemanns an die Frau zur Versorgung als Witwe"), das Staatsgehalt u. a.
Am Ende des 19. Jahrhunderts war Niederstadtfeld eine begüterte Pfarrei, besaß aber wenig Land.

Einwohnerzahlen:

1563 20 Feuerstellen = ca. 100 Einwohner
1684 19 Feuerstellen
1787 250 Einwohner
1830 241 Seelen
1869 338 Seelen
1893 314 Einwohner
1911 351 Einwohner

Aktuelle Ansicht der Kirche

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