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Die Mühle

Der nachfolgende geschichtliche Abriß zur Niederstadtfelder Mühle wurde dem Aufsatz von Friedbert Wißkirchen: Zeugen der Mühlenromantik (Mühlen an Salm und Kleiner Kyll - Teil II) - Die Niederstadtfelder Mühle - veröffentlicht im Heimatjahrbuch des Keises Daun 1984 (S. 265 ff.) - entnommen.

Die heutige Niederstadtfelder Mühle ist, wenn man von Oberstadtfeld die L27 befährt, am Ortseingang kurz vor der Brücke über die Kleine Kyll gelegen. Sie ist heute nur noch als landwirtschaftliches Anwesen vorhanden.

Im "Scheffelweistum zo Nidderstadtfeldt" aus dem Jahre 1508 wird der Bezirk des Hochgerichts auch durch den "Mülenbach" abgegrenzt. Dieser Mühlenbach oder Mühlbach entspringt im Tal unterhalb der heutigen Steinfabrikation Bettendorf und läuft verrohrt unter dem Fabrikgebäude des Warmpresswerks hindurch in den "Kälberbach" und von dort aus in die Kleine Kyll. Auch die in unmittelbarer Nähe so zahlreichen Flur- und Distriktbezeichnungen "Mühlscheid" und "Mühlwies" weisen auf die Nähe der Mühle hin. Vermutlich lag die erste Mühle nicht an der Kleinen Kyll, sondern am Mühlenbach, dem Nebengewässer der Kleinen Kyll - warum hätte man ihm sonst diese Bezeichnung gegeben.

Die Mühle hatte ein Mühlrad, das durch die Kleine Kyll angetrieben wurde, und einen Mahlgang. Aus 14 Fuß Höhe fiel das Wasser auf das Mühlrad, das zuletzt einen Durchmesser von 6,40 m hatte. Der Mühlbaum war aus Eichenholz, 8,50 m lang und hatte an der dünnsten Stelle einen Durchmesser von 55 cm. Außerdem war ein Wasserstau angelegt worden, um immer ausreichend mit Wasser versorgt zu sein.

Die Mühle zu Niederstadtfeld gehörte der Gemeinde. In den Kellereirechnungen des Amtes Manderscheid aus dem Jahre 1580 wird unter den Abgaben an Korn vermerkt "Von der Muellen zu Niederstattfeldt 1 mltr".

Vierzehn Jahre später, 1594, hatte der Müller ein sogenanntes "Mühlenschwein" zu liefern. Außerdem waren "ahn Korns" 3 Scheffel als Pacht zu erbringen. 1648 finden wir den Eintrag "Niederstattfeldter Muhll 1 fl. (Florentiner, Anm. d. Red.) Gulden liebert". Neben dem Geldbetrag waren außerdem 6 Fass Korn zu leisten.

1680 betrug die Abgabe in Geld 1 fl. Und 6 Scheffel (ca. 1 Zentner) Korn. Auch 1691 betrug die Geldabgabe 1 Gulden und an Korn waren 6 Sester (= 18 l) abzuliefern. In diesem Jahr ist jedoch eine Besonderheit in den Rechnungseinnahmen vermerkt. Die Niederstadtfelder Mühle hatte außerdem "1 pots" (Gefäß) Öl zu liefern. Dies ist ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass neben der Mahlmühle - zumindest zeitweise - eine Ölmühle betrieben wurde. Auch 1692 finden sich in den Rechnungsbüchern die gleichen Einträge. 1694 erscheint die Abgabe für die Ölmühle nicht mehr. Die sonstigen Abgaben sind auch in den nachfolgenden Rechnungsbüchern von 1695 und 1699 gleich.

Im Jahre 1702 finden sich in den Manderscheider Kellereirechnungen erstmals Angaben zur Person des Müllers. Bei den Steuerpflichtigen aus Niederstadtfeld heißt es: "Philips Stattfelt in Ehe mit Gertruk (d) Stattfelts gutt und wegen dessen Mühl daselbsten 27 alb". Neben dem Ehegulden war also auch eine Abgabe für die Mühle zu entrichten. In den Jahren 1740 und 1760 werden nach wie vor 1 fl. und 6 Sester Korn jährlich als Pachtleistung verlangt. Auch im Grund- und Extractbuch Niederstadtfeld, das aus dem Jahre 1725 stammt, findet sich die Bezeichnung "Bei dem Mühlenpesch".

Weiterhin sind folgende Müller registriert:

  • Nicolaus Thullen, 1806
  • Johann Adam Scholzen, bis 1812
  • Nicolas Bell, 1826, 1827, 1828
  • Heinrich Spoo, 1840, 1843
  • Hugo Kolley, 1846
  • Heinrich Spoo, 1852
  • Egidius Burbach, 1869
  • Elisabeth Burbach, 1872
  • Leonhard Huschens, bis 1913
  • Heinrich Burbach

1919 kaufte der Müller Jakob Trosdorff die Mühle einschließlich des Wasserrechtes von der Gemeinde Niederstadtfeld zum Preis von 170 Goldmark. 1933 wurden der Mühlenbetrieb und das Wohnhaus um- und ausgebaut. Jakob Trosdorff betrieb die Mühle bis 1952 ehe sie auf seinen Schwiegersohn Matthias Jucken überging.

Historische Ansicht der Mühle

1954 wurde der Betrieb endgültig eingestellt.

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