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Forstwirtschaft

Früher war der Hochwald, der bis ins 19. Jahrhundert ausschließlich aus Laubwald bestand, die Grundlage der Landwirtschaft. Nach dem ersten Kahlschlag (1815), der große Armut ins Dorf brachte, kam der erste Eingriff des Menschen: Man pflanzte die Fichte, die ursprünglich nicht in der Eifel heimisch war, wegen ihrer gringen Umtriebszeit. Der Nadelwaldanteil beträgt mittlerweile mehr als die Hälfte des Waldes von Niederstadtfeld.

Der Wald war schon immer ein Arbeitsplatz für die Bewohner von Niederstadtfeld, sowohl für die Bauern, die im Winter keine Arbeit hattenn als auch für alle, die in der aufkommenden Industrie keine Arbeit fanden. Damals wurde hauptsächlich Brennholz gemacht, denn der Brennholzbedarf war sowohl für die privaten Haushalte, als auch für die Industrie (z. B. die Pottaschesiederei) noch sehr hoch. Es wurde aber auch Holz für die Industrie verarbeitet (z. B. Balken für die Stollen des Bergwerkes). Dazu konnte damals, im Gegensatz zu heute, nur sehr gutes Holz genutzt werden.

Ab Mitte der sechziger Jahre kam dann die Vollbeschäftigung für die Waldarbeiter. Sie mussten Lehrgänge besuchen, um sich theoretisch und praktisch weiterzubilden, denn ihr "neuer Beruf" stellte jetzt höhere Anforderungen und verlangte mehr Kenntnisse. Sie mussten jetzt selbständiger, aber auch genauer und rationeller arbeiten. So wurde aus dem Nebenjob ein eigenständiger Beruf.

Als sich die ersten Menschen hier ansiedelten, fanden sie fast nur Wald vor, deshalb auch die Waldweidewirtschaft. Dies änderte sich, als man Anbauflächen für die Landwirtschaft brauchte. Diese Rodungen waren der allererste Eingriff des Menschen in die Natur unseres Dorfes.

Der zweite größere Eingriff, mit weitaus schwerwiegenderen Folgen, war der Kahlschlag im Jahre 1815. Der Wald ging rapide zurück und mit der Aufforstung wurde erst spät begonnen.

Niederstadtfeld besitzt heute ca. 500 ha Wald, die sich auf zwei Reviere verteilen: das Forstrevier Deudesfeld (ca. 20 %) und das Forstrevier Niederstadtfeld. Letzteres ist schwach geneigt bis steil. Knapp die Hälfte davon sind Steilhänge. Durch die Hanglage und die trockenen Südhänge ist der Wasserhaushalt meist mäßig frisch bis trocken. Das Grundgestein des Waldes ist vor allem Ton-Schiefer und Grauwacke mit diluvialem Decklehm.

Vor dem Kahlschlag 1815 betrug der Laubwaldanteil (Buchen-Eichen-Mischbestände) fast 100 %. 1917 waren es noch 75 % 1964 nur noch 49 % und heute ist er bereits auf unter 40 % gesunken. Dagegen sind die Nadelhölzer Fichte, Douglas Tanne und Kiefer von null auf über 60 % gestiegen.

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